Georgien
Georgien ([geˈɔrgi̯ən], georgisch საქართველო Sakartwelo ist ein Staat an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien. Mit einem Staatsgebiet von nur 69.700km² ist Georgien fast so gross wie Bayern. Georgien liegt im westlichen Teil der Kaukasischen Landenge zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer, an der Grenze von zwei Kontinenten: Europa und Asien.
Grenzen zu einem EU-Land hat Georgien nicht, dennoch sind viele Menschen im Land mit dem Herzen dort und wollen Teil der europäischen Staatenfamilie sein. Auf dem EU-Gipfel Mitte Dezember 2023 hat Georgien den Status eines Beitrittskandidaten zuerkannt bekommen.
An der historischen Seidenstraße gelegen, war Georgien in allen Epochen wirtschaftlich und militärisch als Brücke zwischen Europa und Asien bedeutsam. Bereits während seiner dreijährigen Unabhängigkeit 1918-1921 betrachtete sich das Land als europäisch, bevor die sowjetische Armee Georgien dann besetzte. Die sowjetische Periode sehen viele Georgier als eine Zeit, die das Land an seiner europäischen Entwicklung hinderte.
Vor dem eisernen Vorhang war Tbilissi das Zentrum Transkaukasiens für zeitgenössische Kunst. Danach wurde die georgische Kultur 70 Jahre lang isoliert und erwachte erst nach der Öffnung der Grenzen wieder zu neuem Leben. Der Westen hingegen nahm davon kaum Kenntnis. Europa hatte vergessen, wie rege und lebendig die Verbindungen zu Georgien einst gewesen waren.
Als Gastland der Frankfurter Buchmesse stand Georgien 2018 im Zentrum der Aufmerksamkeit. Viele Westeuropäer haben Georgien und seine Kultur dank dieses Auftritts zum ersten Mal bewusst wahrgenommen. Georgien hatte seinen Platz als Kulturnation auf der Weltkarte neu gefunden und ist immer noch dabei, sich dort zu positionieren.
Die Georgier verstehen sich schlicht als Teil Europas. Und das, obwohl das Land – zwischen der Türkei und Russland am Ostufer des Schwarzen Meeres gelegen – aus westlichen Blickwinkel meist Vorderasien zugerechnet wird.
"Ich bin Georgier und daher Europäer”, sagte der damalige Parlamentspräsident und spätere Ministerpräsident Zurab Zhvania im Jahr 1999 anlässlich der Aufnahme seines Landes in den Europarat. Dieses Selbstverständnis ist über Jahrhunderte gewachsen. Der griechische Geograph und Geschichtsschreiber Herodot zog im fünften Jahrhundert vor Christus die Grenze zwischen Europa und Asien am Fluss Phasis. Dieser Fluss heißt heute Rioni und liegt im Westen Georgiens. Damit wäre Georgien schon nach der Vorstellung der alten Griechen Teil Europas gewesen.
Die Frage, wo Europa endet und Asien beginnt, ist also Jahrhunderte alt. Europa an sich ist eine Wertegemeinschaft und zu der möchte Georgien auch gehören. So eine Zustimmung für Europa wie es sie in Georgien gibt, findet man kaum in einem anderen europäischen Land.
„Balkon Europas“, „Europa in Asien“, „Georgien, Schmelztiegel der Kulturen“ – so beschreibt man Georgien in der deutschsprachigen Presse. Die Hauptstadt Tbilisi wird auch das neue Berlin genannt. Die Kulturschaffenden beschäftigen sich in ihren Werken intensiv mit Kriegstragödien und gesellschaftlichen Umbrüchen der jüngsten Vergangenheit. Das Land befindet sich in einer Phase der Neuorientierung zwischen Westen und Osten, zwischen Tradition und einer Zukunft als Teil Europas. Dabei entsteht viel Neues. Diese aufgeladene Atmosphäre ist es, die viele Menschen derzeit in den Kaukasusstaat zieht.
Quelle: https://www.mdr.de/
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www.georgienseite.de
https://tiflis.diplo.de/
https://botschaftgeorgien.de/
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