Am 27. September jährte sich der 30. Jahrestag des Sturzes von Sokhumi, der Hauptstadt Abchasiens. Das Massaker von 1993 war eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Georgiens – ein Kriegsverbrechen an der georgischen Zivilbevölkerung, das bis heute tiefe Narben hinterlassen hat.
Männer, Frauen und Kinder wurden auf den Straßen, in Wohnungen und Hinterhöfen ermordet. Viele flohen in die Berge des Kaukasus – einige überlebten, viele nicht. Tausende Vertriebene leben heute in aller Welt, darunter auch in Deutschland.
Kulturabend zur Erinnerung und Hoffnung
Anlässlich dieses Gedenktages veranstaltete das Deutsch-Georgische Haus e.V. am 15. September die Kulturveranstaltung „Vergessene Flüchtlinge – 30 Jahre Hoffnung“ in Hannover.
Hochrangige Gäste aus Georgien und Deutschland
Die Veranstaltung wurde von georgischen und deutschen Politikern unterstützt, die ihre Solidarität mit der georgischen Diaspora bekundeten:
Aus Georgien angereist:
✔️ Ruslan Abashidze, Regierungschef der autonomen Abchasischen Republik im Exil
✔️ Jemal Gamakharia, Vorsitzender des Obersten Rates der autonomen Abchasischen Republik im Exil
✔️ Mukhran Gulaghashvili, Leiter der Abteilung für Diasporabeziehungen des georgischen Außenministeriums
📹 Der georgische Botschafter in Deutschland, Herr Levan Izoria, übermittelte eine Videobotschaft an das Publikum.
Aus Hannover anwesend:
✔️ Thomas Klapproth, Bürgermeister von Hannover, als Vertreter des Oberbürgermeisters
✔️ Gwendolin von der Osten, Polizeipräsidentin von Hannover
Herr Klapproth betonte die langjährige Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Georgien und hob die Bedeutung solcher Veranstaltungen für die Erinnerungskultur und den Kulturaustausch hervor.
Musik, Erinnerung und emotionale Momente
Der Abend wurde von georgischen und ukrainischen Opernsänger*innen begleitet, die in Deutschland tätig sind. Besonders bewegend war der Auftritt von Levan Churukbaia, einem Opernsänger abchasischer Herkunft, der extra aus Georgien angereist war. Seine Familie gehört zu den Nachfahren der Abchasen, die in osmanischer Zeit in die Türkei auswanderten.
Ein exklusiver Kurzfilm und Archivmaterial, bereitgestellt vom Abchasischen Informations- und Analysezentrum, veranschaulichte die Geschichte, Kultur und tragische Vergangenheit Abchasiens.
Eine Veranstaltung mit Zukunft
Trotz der traurigen Erinnerungen, Tränen und Emotionen endete der Abend mit einem Funken Hoffnung. Die Organisatoren und Gäste waren sich einig, dass diese Veranstaltung jährlich in Hannover stattfinden soll – bis Samachablo, Sokhumi und Gagra wieder zu Georgien gehören.
Förderung & Spendenaktion
Das Projekt „Vergessene Flüchtlinge – 30 Jahre Hoffnung“ wurde unterstützt durch:
✅ Region Hannover
✅ MiSO-Netzwerk Hannover e.V.
✅ House of Resources
Gesammelte Spenden gingen zugunsten des Vereins „Georgische Orthodoxe Kirche in Deutschland (Hannover)“.
Projektleiterin: Nino Tsibadze, Deutsch-Georgisches Haus e.V.
Wir erinnern. Wir hoffen. Wir vergessen nicht.